Sunday, 13. july 2008
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Hallo! Das hier ist ein kleiner Ausschnitt aus meinem neuen Buch... hatte einfach mal Lust ihn hier reinzustellen! Ich mag mein neues Buch eigentlich ganz gern.
Es geht um eine Studentin die nach etlichen Jahren des Weglaufens Ordnung in ihr Leben zu bekommen.
Die ersten Minuten in einer fremden Welt sind die schlimmsten. Wenn du aufwachst, du noch nicht genau weißt ob es auch wirklich deine Welt ist in die du gerade eintauchst, du noch nicht zwischen
Wahrheit und Traum unterscheiden kannst. Du bewegst dich und weist ganz genau dass das hier nicht dein Bett ist. Es riecht anders. Die Geräusche sind auch anders. Du willst die Augen nicht
öffnen, versuchst verzweifelt wieder in deine unberührte Traumwelt einzutauchen, doch du weißt das geht nicht.
Hanna wollte die Augen nicht öffnen. Sie hörte einen Radio, roch frischen Kaffee, doch sie wollte nicht das sehen was sie ohnehin
schon wusste. Sie war „zuhause“. Stöhnend drehte sie sich auf die andere Seite und stieß auf einen riesigen Berg voller Kissen. Na gut, dachte sie, wenigstens haben sich meine Schlafgewohnheiten
nicht geändert.
Sie hörte Kinderstimmen. Nicht laut. Gedämpft. Draußen. Vor ihrem Fenster. War es schon so spät? Unwillig öffnete Hanna die Augen.
Erst eins. Blinzelte. Dann das andere Auge. Hanna befand sich in einem großen, hellen Raum. Ihr Bett stand am Fenster. Gegenüber war ein Schrank. Daneben ein weißes, relativ großes und breites
Sofa, das einladend wirkte, eine große Stereoanlage mit einem CD Regal und am Fußende am zweiten großen Fenster ein Schreibtisch mit Computer und Heften. Auf dem Fensterbrett stand ein
Blumenstrauß und einige Fotos. Alte Fotos von Freunden. Scheinbar längst vergangene Zeiten.
„Hanna?“ eine angenehm dunkle Stimme rief nach ihr. „Bist du schon wach? Die Dusche ist jetzt frei und ich habe Kaffee gemacht und
Brötchen geholt!“
Hanna schloss die Augen noch ein letztes mal. Wollte sie wach sein? Wollte sie Fragen beantworten? Wollte sie wissen warum sie hier
war? Ganz ehrlich? Wenn man dazu warme Brötchen und Kaffee bekommt dann ja!
„Ja ich bin wach Leon! Ich komm gleich, gib mir noch fünf Minuten!“ „Okay wenn du willst auch zehn!“ Er lachte. Ja Leon konnte lachen!
Er hatte gestern ja auch nicht abreisen müssen. Er hatte keinen Streit. Er hatte wo möglich gar keine Probleme.
Hanna strich sich die Haare aus dem Gesicht und stieß die Tür auf. An dem Tisch saß Leon. Nur Leon. Keine Anastasia. Keine anderen
guten Freunde mit denen sie reden musste. Nur Leon, Kaffee und warme Brötchen. Hanna wusste nicht wen sie verführerischer fand. „Guten Morgen!“ „Hallo Leon.“ Ja, ein: Guten Morgen! Konnte sie sich beim besten willen nicht abringen. Jetzt noch nicht. „Wo sind die anderen?“ „Weiß nicht. Vielleicht bei Ana, oder bei Finn. Wer
weiß!“ Er lachte schon wieder. „Aber ich bin hier um dich zu sehen und bei dir zu sein!“ Er grinste immer noch und leichter Sarkasmus klang in seiner Stimme mit. „Ja, danke. Deine gute Laune hat
mir heute echt gefehlt!“ Leon grinste zwar aber ließ Hanna erst mal in Ruhe.
„Was hast du heute vor?“ „Weiß nicht. Ich denke ich fahr mal zur Uni und schau meinen neuen Stundenplan an.“ Ja stimmt ja! Sollte ich
vielleicht auch machen. Danach können wir ja `nen Kaffee trinken und quatschen! Oder willst du nicht Hanna?“ Na gut ihr Gesicht sah vielleicht aus als würde sie die ganze Welt hassen aber sie
mochte Leon und mit ihm wäre ein Besuch bei der Uni sicherlich besser als allein mit ihrer trübsinnigen Laune. „Doch klar Leon! Komm ruhig mit! Nehmen wir dein Auto, oder meins?“
„Also hast du von selbst Lust mir alles zu erzählen, oder soll ich’s aus dir rauskitzeln?“ Ja, hatte Hanna Lust Leon ihre Geschichte
zu erzählen? Wollte sie wieder in dieser abscheulichen Traurigkeit versinken wie gestern Nachmittag? „Also Leon... das ist alles nicht so einfach wie du dir das vorstellst. Ich weiß nicht ob du
mich verstehst.“ „Ähm, Hanna? Ich studiere Germanistik, nebenbei Philosophie und kenne mich ziemlich gut mit Sprachen aus. Außerdem verstehe ich selbst Ana also...“ Hanna seufzte. „Ja gut.
Also... mh wo fange ich an?“ „Am besten beim Anfang oder?“ Leon grinste. „Ja... also...
Du weißt ja das ich über die Ferien bei meinen Eltern war. Nun ja. Ich wollte das mit dem Durchbrennen ihnen erklären. Es fing ganz
gut an. Ich erzählte ihnen davon das ich damals vor zwei Jahren ziemlich in Simon verliebt war und deshalb weggelaufen bin. Das mit dem verhauenem Schuljahr wussten sie ja schon. Tja es verlief
ganz gut bis zu dem Punkt mit uns. Also ich meine unsere Wohnung. Papa hat es nicht verstanden, dass ich nicht mehr bei ihnen wohnen will meine ich. Und na ja er hat darauf bestanden das ich bei
ihnen bleibe. Und ich bin kurzerhand abgehauen. Mal wieder. Als ich dann beim Bahnhof war, standen sie da und haben mich angeschrieen das ich mich bloß nie wieder bei ihnen melden und blicken
lassen soll. Sie haben eine total Szene gemacht und alle haben mich angestarrt. Meine Mama war kurz davor mich zu Ohrfeigen ich sag`s dir. Ich hab so losgeweint. Dann bin ich eingestiegen und hab
noch mehr geheult und alle dachten es wäre weil ich abschied nehmen muss. Niemand war da um mir tschüss zu sagen nur meine Eltern haben mich angeschrieen. Es war einer der schrecklichsten Momente
in meinem Leben. Und jetzt kann ich nicht mehr nach hause weil sie mich verabscheuen und hassen und sonst was! Dabei habe ich es endlich geschafft erwachsen zu werden. Das wollten sie doch oder?
Genau das wollten sie doch immer!!“
Hanna keuchte und ließ sich im Stuhl zurück sinken. Leon der die ganze Zeit stumm zugehört hatte, ohne eine Gefühlsregung zu zeigen,
reckte sich und lächelte bitter. „Ich verstehe es. Und zwar sehr gut Hanna. Besser als du denkst.“ Hanna begriff nicht und sah ihn verständnislos an. Leon seufzte. „Ich glaube nicht dass das hier
der richtige Platz ist um das zu besprechen, okay? Wollen wir nach Hause fahren? Zu gegebenem Anlass werde ich dir dann alles erzählen.“ Hanna nickte.
Als sie vor zwei Jahren hier ankam war sie allein. Verstört, verängstigt und allein. Sie hatte nach ihrer Sommerliebe Simon gesucht.
Damals dachte sie er wäre ihre große Liebe. Mr.Right sozusagen. Sie hatte geglaubt dass das Schicksal sie wieder zusammen führen würde. Das sie von Simon abgeholt werden würde, weil er insgeheim
wusste das sie da war. Das er, wenn er sie sehen würde, verzückt erstarren würde und sich wieder verlieben würde. Und sie würde ihm um den Hals fallen wie in diesen ganze wunderschönen
Liebesfilmen. Ja, so hätte es sein müssen. Wie naiv sie gewesen war. Als sie dann da war, ganz allein ohne Freunde, Familie zu denen sie möglicherweise hätte gehen können, schien ihr Plan auf
einmal total absurd. Ja, so ganz allein in einer Großstadt, mit drei riesigen Koffern und einer ganze Menge Wut im Bauch kam man eben nicht weit. Und so war sie die halbe nacht herumgeirrt und
hatte dann irgendwann die Hoffnung aufgegeben und hatte sich einfach auf eine Bank geschmissen. Handy leer, kein Stadtplan, kein gar nichts. Irgendwann hatte sie dann Stimmen gehört. Zwei
Stimmen. Zwei Männer. Na toll, hatte Hanna damals gedacht, jetzt werde ich auch noch umgebracht! Na toll. Sie hatte eine ganze Menge schrecklicher Bilder im Kopf, bis sie dann erkannte wer da
war. Damals hatte Nico sie gefunden, mit seinem Anhängsel Leon, der damals noch ziemlich jungenhaft aussah. Nico war auf sie zugelaufen und hatte seine Arme um sie gelegt. Der Rest war vernebelt.
Hanna wusste nicht wieso sie diesen Männern traute. Als sie dann am nächsten Tag neben Leon aufwachte wäre sie beinahe gestorben so sehr hatte sie sich erschreckt. Nico hatte ihr dann erklärt das
er früher immer mit ihrer großen Schwester gespielt hatte, denn er kam aus dem gleichen Ort wie sie. Ja und dann verbracht sie fast die ganzen Ferien bei Nico und Leon und allen anderen Freunden
die sie dort kennen lernte. Dann ist sie mit Nico nach Hause gefahren und sie hatte ein ernsthaftes Gespräch mit ihren Eltern gehabt. Nico war die ganze Zeit dabei gewesen um ihr beizustehen und
letztendlich waren ihre Eltern damit einverstanden gewesen, dass Hanna die Schule zu Ende machte und dann zu Nico zog. Sie kannten ihn schließlich schon und mochten ihn. Dann letztes Jahr war Nico weggezogen. Er hatte jemanden kennen gelernt den er sehr gern hatte. Sie hieß Juliette. Julie kam aus Paris. Doch Nico liebte sie so
sehr das er kurzerhand beschloss mit ihr zu gehen. Mittlerweile sind die beiden verlobt und wollen im nächsten Jahr heiraten. Ja, so war das gewesen. Hanna wohnte hier, studierte, hatte das
erreicht was ihre Eltern immer gewollt hatten. Das sie endlich erwachsen würde und ihr Leben in die Hand nimmt. Ja, genau das hatten sie gewollt. Und jetzt? Wollten sie wieder die kleine Hanni-
Maus die immer das tat was man ihr sagt? Ha! Das konnten sie vergessen. Vorerst.
„Ach, du hast mir echt gefehlt Süße!“ Anastasia vergrub ihr Gesicht ein zweites Mal in den Kissen. „Wieso? Damit dir jemand sagt das
es zu spät ist um noch mal `nen Kuchen zu backen? Das hätte dir Lukas auch sagen können! Wenn du nämlich um die Uhrzeit jetzt noch in der Küche hantierst könnte er etwas wütend werden!“ Hanna
lachte. „Pah, das mein ich doch gar nicht! Ich meine, weil Leon immer so unglücklich ist wenn du nicht da bist! Das kann man auf Dauer nicht ertragen!“ Jetzt lachte Ana und knuffte sie in die
Seite. Sie war die einzige die wusste das Hanna Leon sehr gern mochte. Und hübsch und total sexy und bezaubernd und charmant fand. Und überhaupt. Na ja und damit zog sie Hanna eben gerne auf.
Aber ja, Hanna war wirklich froh ihre beste Freundin wieder bei ihr zu haben. Sie musste grinsen. Ana hatte sich rein gar nicht verändert. Sie hatte schwarze, glatte Haare, dunkle Haut grüne
Augen und war insgesamt sehr hübsch. Auf eine ganz andere Art als Hanna aber auch echt hübsch. Kein Wunder das Lukas so verliebt in sie war. Lukas und Ana waren schon immer ein Paar. Mit ein paar
anderen Beziehungen zwischen drin, aber sie hatten sich eigentlich schon immer geliebt. Schon in der Vorschule, davon ging Finn, der beste Freund von Lukas, aus. Und die beiden waren ja auch ein
süßes Paar. Manchmal glaubte Hanna sogar sie könnten die Gedanken des anderen lesen so ähnlich waren sie.
„Also was machen wir morgen? Wir haben schließlich noch ein paar Wochen Zeit bis der Ernst des Lebens wieder beginnt. Hast du Lust
shoppen zu gehen, oder wollen wir einfach en bisschen in den Park gehen und Picknicken? Wir können auch Lea und Clara fragen ob sie
Lust haben mitzugehen, dann können wir vielleicht noch eine Pyjama- Party schmeißen. Du weißt schon mit so witzigen Gurken- Masken und dann peinliche Bilder machen!“ Natürlich schmiedete Ana
jetzt schon Pläne für morgen. „Du, können wir das vielleicht morgen besprechen? Ich bin echt müde und würde jetzt ganz gern nach Hause gehen wenn das in Ordnung ist.“
Ja ich denke mal das reicht erstmal :D ich weiß ja auch garnicht ob es euch gefällt!
Lg Zoey